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Werte Mitglieder und Interessenten der GCJZ Potsdam,
wir laden Sie ein zu einer Tagesfahrt am Sonntag, den 2. Oktober 2022 nach Schwedt mit Besuch des Jüdischen Museums mit Mikwe und der Sonderausstellung „Im Fluss der Zeit. Jüdisches Leben an der Oder“.

Schwedt gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den brandenburgischen Städten, in denen ein relativ hoher Anteil jüdischer Bürger lebte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte die Gemeinde etwa 200 Mitglieder. Die jüdische Gemeinde Schwedts erwarb 1861 ein Gelände unmittelbar außerhalb der Stadtmauer an der Gartenstraße. Darauf ließ sie 1862 eine Synagoge errichten. Diese wurde am 9. November 1938 geplündert. Aus Angst vor dem Übergreifen von Feuer auf andere Häuser wurde sie nicht gebrandschatzt. Erst später erfolgte der Abbruch des Gebäudes und der Umfassungsmauer. Heute existieren noch das jüdische Ritualbad, die Mikwe, und das Synagogendienerhaus. Indessen Räumen ist eine Ausstellung zur jüdischen Alltags- und Sakralkultur beheimatet, die wir uns anschauen wollen.

Am 2. Oktober ist auch die deutsch-polnische Wanderausstellung über »Jüdisches Leben an derOder« | Dzieje Żydów nad Odrą. Niemiecko-polska wystawa objazdowa letztmalig in Schwedt zu sehen. Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörig – keiten war über Jahrhunderte ein Begegnungsraum. Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur. In der Neuzeit bedrohte der Nationalismus, gepaart mit dem Antisemitismus, diese kulturelle Vielfalt an Oder, Obra und Warthe. Der Nationalsozialismus zerstörte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze und die deutsche Bevölkerung aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben. Polen fanden hier eine neue Heimat und für kurze Zeit schien es, dass in Niederschlesien und Pommern jüdisches Lebenheimisch werden könnte. Mehrere Zehntausendpolnisch-jüdische Holocaustüberlebende siedelten sich hier an, doch die meisten wanderten bis Ende der 1960er Jahre wieder aus. Die jahrhundertelange Anwesenheit von Juden an der Oder fiel dem Vergessen anheim, ihre Spuren wurden oft zerstört. Die Ausstellung widmet sich Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder. Sie will zum Nachdenken und zum Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern der Region anregen. Sie ist zugleich eine Einladung zur Neuentdeckung des deutsch-polnisch-jüdischen Kulturer –
bes dieser Landschaft.

Die An- und Abfahrt erfolgt mit den Regionalbahnen des VBB, wir werden das Brandenburg-Berlin-Ticket nutzen. Treffpunkt für die Teilnehmenden ist 08:15 Uhr am Infopoint im Potsdamer
Hauptbahnhof. Gegen 19 Uhr werden wir wieder zurück in Potsdam sein. Für die Fahrt sind 6,60 EUR zu veranschlagen, der Eintritt in die Ausstellung kostet 2 EUR. Bitte führen Sie eine FFP2-
Maske mit sich. Aufgrund der längeren Fahrtzeit und der begrenzten Zeit in Schwedt raten wir dazu, Getränke und Verpflegung mit sich zu führen.

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf maximal 25 Personen begrenzt. Eine Anmeldung ist zur Teilnahme erforderlich. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung bis Donnerstag, den 29. September 2022 unter info@gcjz-potsdam.de oder postalisch an die Adresse der Geschäftsstelle.

Mit besten Grüßen
Tobias Barniske
Vorsitzender GCJZ Potsdam